Zitate

Wenn ich den Hungernden Brot gebe, bin ich ein Heiliger. Wenn ich frage, warum sie hungern, bin ich ein Kommunist.

Bischof Helder Camara


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Ich vermag das ganze Getue um den Gebrauch von [Gift]Gas nicht zu verstehen. Ich bin sehr dafür, Giftgas gegen unzivilisierte Stämme einzusetzen. Das hätte eine gute moralische Wirkung und würde einen lange währenden Schrecken verbreiten.

Winston Churchill 1919 vor dem British Air Council


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Man muss sich ständig bemühen, die Wahrheit - selbst die traurigste -  zu suchen und man muss sie zeigen und von ihr lernen.
Sonst wird man eines Tages eine bittere Wahrheit erleben, die nicht mehr belehrt, sondern straft, weil man sie nicht beachtet hat
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Archimandrit Filaret (1782-1867), Metropolit von Moskau

 

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Ich habe den Eindruck, dass die Sprache, die wir gezwungen waren als Trainee-Journalisten zu schreiben, uns so beeinflusst hat, dass wir die Welt und uns selber nur in Klischees sehen. Meist wurde damit  unser Leben und unsere Welt definiert und auch unsere Vorstellungskraft zerstört. Wir haben uns [unbewusst] loyal gegenüber Höhergestellten, unserer Regierung sowie den Behörden verhalten [und dabei das Wesentliche aus den Augen verloren].

 

Robert Fisk zum Selbstverständnis seines Berufsstandes

 


[Ein Journalist hat die Macht herauszufordern, ... insbesondere falls Regierung und Politik uns in den Krieg führen, falls sie entschieden haben, zu töten, so dass andere sterben werden.

 

Robert Fisk zu seinem Selbstverständnis als Journalist


Sie sieht von außen wunderschön aus. Eine Kreuzfahrerburg ist reizend. Aber wenn man sich in der Burg befindet, ist es kalt und feucht und man kann nicht nach außen schauen, außer man späht durch eine dieser Öffnungen, Schießscharten...  Ich kann [von innen] nur eine Moschee sehen und ein klein wenig vom Fluss. Nicht mehr. Und dies ist alles, was die Kreuzritter von dem Land sahen, das sie eroberten.

 Robert Fisk 2005

 


Krieg - selbst falls er legitimiert ist - bedeutet vorwiegend Leiden und Tod.


Robert Fisk 2003


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Die verborgene Hand des Markts wird ohne verborgene Faust nicht funktionieren. Ohne McDonnell Douglas kann McDonald's nicht erfolgreich sein. Die verborgene Faust, die dafür sorgt, dass die High-Tech-Unternehmen von Silicon Valley überall auf der Welt ungehindert florieren können, heißt US Army, Air Force und Marine Corps.  

Thomas Friedman

 

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Bis vor 20 oder 30 Jahren war die Armut eine Folge von Ungerechtigkeit. Die Linke klagte sie an, die Mitte gab sie zu und die Rechte leugnete sie nur selten.  

Sehr haben sich seitdem die Zeiten geändert. ... Inzwischen ist die Armut eine gerechte Strafe für Unfähigkeit. Die Armut verdient höchstens noch Mitleid, Empörung mag sie nicht mehr auszulösen. ...

Gewalt wird im Allgemeinen als Ergebnis des üblen Benehmens der schlechten Verlierer dargestellt. ... Die Gewalt liegt in ihrer Natur [die der Armen]. Wie die Armut gehört sie zur natürlichen Ordnung.  

Die Ungerechtigkeit ist heute ungerechter als je im Süden der Welt und im Norden genau so, doch es gibt sie kaum oder gar nicht für die großen Massenmedien, die international die öffentliche Meinung fabrizieren.  

Eduardo Galleano 1998  

 

Die Erinnerung der Macht erinnert nicht, sie segnet ab. ... Die Erinnerung der Macht, die die Bildungsinstitutionen und die Massenmedien als einzig mögliche Erinnerung verbreiten hört nur die Stimmen, die die langweilige Litanei ihrer eigenen Heiligsprechung wiederholen.  

Eduardo Galleano  

 

Im Gegensatz zur Solidarität, die waagerecht verläuft und von gleich zu gleich gewährt wird, wird die Wohltätigkeit von oben nach unten praktiziert, erniedrigt den, der sie erhält und verändert auch nie nur ein bisschen der Machtverhältnisse.  

Eduardo Galleano 

 

Die Schönheit ist nur schön, wenn man sie verkaufen, die Justiz nur gerecht, wenn man sie kaufen kann. Die Art, wie wir leben sollen, führt zum Tod des Planeten; genauso wie die für die Beschleunigung der Bewegung erfundenen Maschinen zum Stillstand und die für das Zusammenkommen von Menschen entstandenen Städte zur gegenseitigen Isolierung führen. Die Worte verlieren ihren Sinn, während das Meer sein Grün und der Himmel sein Blau verliert - beides liebenswürdigerweise gemalt von den Algen, die seit drei Milliarden Jahren Sauerstoff an die Atmosphäre abgeben.

  Eduardo Galleano

 

ICH WILL MAL NEUGIERIG SEIN

 Weshalb setzt man Koka mit dem Kokain gleich?

Wenn das Koka wegen seines Missbrauchs verboten wird, weshalb verbietet man dann nicht auch das Fernsehen?

Wenn die Drogenindustrie, eine Mordindustrie, verboten wird, weshalb wird dann nicht auch die Rüstungsindustrie verboten, die mörderischste Industrie von allen?

Mit welchem Recht spielen sich die Vereinigten Staaten als Drogenpolizei der Welt auf, wo dieses Land doch mehr als die Hälfte der Drogen abnimmt, die auf der Welt produziert werden?

Weshalb können Drogenflugzeuge so erstaunlich ungestraft in den USA ein- und ausfliegen? Warum ist die hochmoderne Technologie, die einen Floh am Horizont fotografieren kann, nicht in der Lage, ein Flugzeug aufzuspüren, das vor dem Fenster vorbeifliegt?

Weshalb ist in den USA noch nie ein dicker Fisch des internen Drogenhandels, auch nur ein einziger der Schneekönige, die innerhalb der Grenzen operieren, ins Netz gegangen?

Weshalb wird in den Medien so viel von den Drogen und so wenig von ihren Ursachen gesprochen? …

Wenn eine Krankheit zur Straftat wird und diese Straftat zum Geschäft, ist es dann gerecht, den Kranken zu bestrafen?

Weshalb führen die Vereinigten Staaten nicht Krieg gegen ihre eigenen Banken, die einen Gutteil der Dollars waschen, die aus dem Geschäft mit der Droge stammen?

Weshalb sind die Drogenhändler die energischsten Verfechter ihres Verbots?

Eduardo Galleano 

 

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Da man mich immer wieder fragt: "Was ist zu tun?", fange ich mit einigen Negativvorschlägen an. Als erstes darf man dem "Sollte", "Müsste", und "Sich an die Stirnschlagen" nicht in die Falle gehen. Anzunehmen, man bräuchte eine Veränderung nur zu erklären, damit sie angenommen werde, weil sie schließlich zu Gerechtigkeit, Gleichheit und Frieden beitrüge, ist die traurigste und ärgerlichste Form der Naivität. Viele gute und ansonsten intelligente Menschen scheinen zu glauben, wenn mächtige Leute und Institutionen den Ernst einer Krise und die Notwendigkeit der Abhilfe erst einmal richtig verstanden hätten, würden sie sich an die Stirn schlagen und zugeben, sich die ganze Zeit geirrt zu haben, und wie durch eine plötzliche Offenbarung sofort eine Kehrtwende in ihrem Verhalten einleiten.

Einiges ist zwar Ignoranz und Dummheit zuzuschreiben, aber das meiste geschieht, weil die Mächtigen es genau so wollen.

Susan George

 

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DU SIEHST UNS 

Du siehst uns, und hast Mitleid.  

 

Mitleid,

weil wir hungern.

Mitleid,  

weil wir ärmlich gekleidet sind.

Mitleid,
weil wir auf der Straße ums Überleben kämpfen.

 

Unseren Zorn und unsere Verzweiflung

Unsere Tränen siehst Du

und hast Mitleid.

 

Du willst uns

von Deinem Überfluß

etwas abgeben.  

Aber das ist nicht,

was wir wollen.

 

Wir wollen,  

dass Du uns nicht nimmst,

was wir auf den Feldern ernten,

Wenn das alles für uns wäre,

dann könnten wir leben.

 

Wir wollen Dein Mitleid nicht.

Wir wollen,  

dass es gerecht zugeht,

zwischen Dir und uns.  

 

Hans-Martin Große-Oetringhaus


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Natürlich muss der neue Totalitarismus nicht notwendig dem alten gleichen. Das Regieren mit Knüppeln und Exekutionskommandos, mit künstlichen Hungersnöten, Massenverhaftungen und -deportationen ist nicht nur inhuman (was ja keinen mehr sonderlich kümmert), sondern erwiesenermaßen ineffizient - und im Zeitalter der Hochtechnologie ist Ineffizienz Sünde wider dem Heiligen Geist.

Der wahrhaft effiziente totalitäre Staat wäre der, in dem eine allmächtige Exekutive von Politbossen und ihrem Heer von Managern die Bevölkerung aus Sklaven kontrolliert, die man nicht zwingen muss, weil sie ihr Sklavendasein liebt. Sie dazu zu bringen, es zu lieben ist in den heutigen totalitären Staaten Aufgabe der Propagandaministerien, Zeitungsredaktionen und Lehrern.

 

Aldous Huxley 1946

 

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Echte Demokratie ist ohne einen möglichst einfachen Zugang zu Informationen undenkbar. Wer nicht Bescheid weiß, dessen Entscheidungen sind keine freien, demokratischen, sondern gelenkte. Insofern müsste es eigentlich jedem einleuchten, dass Privatbesitz an Massenmedien, d.h. einer keinerlei Kontrolle unterliegenden Meinungsmacht, mit einer freien, demokratischen Gesellschaft genau so unvereinbar ist, wie staatliche Zensur. Wenn ein Großteil der Medien gleichgeschaltet ist, sei es durch den Staat, sei es durch Medienmogule, ist die Funktionsweise der Demokratie zutiefst gestört.

 

Marc-Uwe Kling

 

Warum wird uns pausenlos von Terror, Krisen, Katastrophen ... und den daraus resultierenden Sachzwängen und Alternativlosigkeiten erzählt? Ich sage euch warum: Furcht gebiert Gehorsam.   

 

Marc-Uwe Kling

 

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Je mehr Gesetze und Vorschriften, desto mehr Diebe und Räuber gibt es.

 

Laotse

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In einem Land, in dem Pressefreiheit herrscht, ist es für einen Journalisten nicht ehrenrührig, die Meinung der Regierung zu vertreten.

 

Gabriel Laub

 

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Ihr wisst schon genug. Ich auch. Nicht an Wissen mangelt es uns.

Was fehlt, ist der Mut, begreifen zu wollen, was wir wissen, und daraus die Konsequenzen zu ziehen.

Sven Lindqvist

 

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Der erste Schlag, den die Fürsten der Freiheit versetzen, besteht nicht darin, dreist die Gesetze zu verletzen, sondern in Vergessenheit geraten zu lassen. …  

Um die Völker in Ketten zu legen, schläfern sie sie zunächst ein.

Jean Paul Marat

 

Die Meinung gründet sich auf der Ignoranz und die Ignoranz fördert außerordentlich den Despotismus.

...

Nur wenige Menschen haben gesunde Vorstellungen von den Dingen. Die meisten klammern sich blos an Wörter. ...  

Von den Wörtern getäuscht, verabscheuen die Menschen die abscheulichsten, mit schönen Wörtern geschmückte Dinge nicht, und sie verabscheuen die löblichsten Dinge, die als hässlich verschrien sind.  

Deshalb besteht der gewöhnliche Kunstgriff der Kabinette darin, die Völker in die Irre zu führen, indem sie Wörter pervertieren.  

Jean Paul Marat

 

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Wenn ein Mensch dir sagt, er sei durch harte Arbeit reich geworden, frag ihn, durch wessen Arbeit.

Don Marquis

 

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Wer Zivilisten, die nicht unmittelbar an Kampfhandlungen beteiligt sind, gezielt tötet, ist nach deutschem Recht ein gewöhnlicher Totschläger oder Mörder.

Dass diese Tötung im staatlichen Auftrag geschieht, ist gänzlich irrelevant.

Wolfgang Neskovic


 

Es ist in unserem Zeitalter nicht die Aufgabe der Rechtswissenschaft und der politischen Wissenschaft,den Mächtigen nach dem Mund zu reden und ihre Handlungen zu rechtfertigen. Ganz im Gegenteil. Die Macht hat ohnehin die Macht zu tun, was sie wünscht. Die schwierige Aufgabe liegt vielmehr darin,die Macht zu begrenzen und an die Grundsätze des Rechts und der Humanität zu binden.

Wolfgang Neskovic

 

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Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.  

George Orwell

 


Man weiß nichts mit Sicherheit, außer dem, was man mit eigenen Augen gesehen hat. Bewusst oder unbewusst schreibt jeder voreingenommen und nimmt Partei. ... Der Leser hüte sich vor meiner lebhaften Parteinahme ... [und er hüte sich vor der Parteinahme anderer.]

  George Orwell


Es ist eine der scheußlichsten Züge des Krieges, dass alle Kriegspropaganda, alles Geschrei, alle lügen und aller Hass ständig von Leuten kommen, die nicht kämpfen ... und lieber 200 km gelaufen wären, als sich am Kampf zu beteiligen.

Als eine der traurigsten Wirkungen dieses Krieges [spanischer Bürgerkrieg] erkannte ich, dass die Presse der Linken [meist] bis ins kleinste genau so falsch und unehrlich war, wie die der Rechten.

George Orwell


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Die politisch Verantwortlichen der größten europäischen Staaten, die per Definition die Hauptverantwortlichen für das Scheitern und den Abgrund sind, der zwischen ihren Reden und ihren Taten gähnt, fahren unterdessen damit fort, sich hinter der Verantwortung anderer Länder und der europäischen Institutionen zu verschanzen.

   Thomas Piketty


Der plausibelste Grund, aus dem Steueroasen das Bankgeheimnis verteidigen, ist ein ganz anderer. Es erlaubt ihren Kunden, sich der Steuerverpflichtung zu entziehen und es erlaubt ihnen selbst, einen Teil der entsprechenden Gewinne einzubehalten. Das Problem besteht nur darin, dass dies mit dem Prinzip der Marktwirtschaft nicht das geringste zu tun hat. Es gibt kein Recht, seinen Steuersatz selbst festzulegen. Durch die Integration und den Freihandel mit den Nachbarn reich werden und ihm gleichzeitig ihr Steueraufkommen abzuzapfen, ist nichts anderes, als schierer Diebstahl.    

 Thomas Piketty


Betrachtet man alle verfügbaren Daten, so lautet der verblüffende Befund, dass nie zuvor in Europa das Nationalvermögen so hoch war [wie heute]. … Die Vorstellung, wir stünden in Begriff, unseren Kindern und Enkelkindern beschämend hohe [Staats]schulden zu hinterlassen, … entbehrt jeder Logik. …  Wahr, und diesesmal in der Tat beschämend, ist dagegen wie ungleich das Kapital verteilt ist – mit einem privaten Reichtum, der sich auf öffentliche Armut stützt.    

Thomas Piketty   



Auch wenn die Quellenlage dürftig ist, gibt es Grund zu der Annahme, dass die politische Klasse in den Vereinigten Staaten ... sehr viel reicher ist, als die europäischer Staaten, ja Welten vom amerikanischen Durchschnitt entfernt - was eine Erklärung dafür sein könnte, dass sie regelmäßig ihr Privatinteresse und das der Allgemeinheit miteinander verwechselt.

Thomas Piketty


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Hartz-IV-ler sind nicht sozial schwach. Sie sind arm. Sozial schwach sind Hams Werner Sinn, Vettel und Alice Schwarzer…

Volker Pispers

 

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Sich nie an die unsagbare Gewalt und gewöhnliche Ungleichheit des Lebens um sich herum gewöhnen.

Freude auch an den traurigsten Orten suchen.  

Die Schönheit bis in ihren Kern verfolgen.  

Nie vereinfachen, was kompliziert ist,
und nie verkomplizieren, was einfach ist.  

Stärke respektieren, aber niemals schiere Macht.  

Vor allem aber hinschauen. Versuchen, hinter die Dinge zu schauen.  

Nie den Blick abwenden.  

Und niemals vergessen.

Arundhati Roy



In Zeiten, in denen Opportunismus alles ist, in denen es keine Hoffnung zu geben scheint, in denen alles zu einem zynischen Geschäft reduziert wird, müssen wir wieder den Mut finden, zu träumen und die Phantasie zurückzufordern.

Das Träumen von Gerechtigkeit, von Würde, von Freiheit. Für jeden. ...

Wir müssen verstehen, wie die gute alte Maschine funktioniert, für wen und gegen wen sie arbeitet. Wer bezahlt und wer profitiert.

Arundhati Roy



Menschen, die die Kontrolle über ihr Leben verloren haben, Menschen die die von ihrer Heimat und ihren Gemeinschaften entwurzelt wurden, denen ihre Kultur und ihre Sprache genommen wurde, werden "stolz" auf irgendetwas gemacht. Nicht etwas, das man persönlich erreicht hat, sondern etwas, das einfach ist, oder - sagt man es genauer - eben nicht ist. [gemeint ist nationaler Stolz]. Die Falschheit und die Leere dieses Stolzes feuert den Kampfgeist an, der gegen ein Ziel im großen Amphitheater gerichtet wird.

Arundhati Roy zum Wachsen des Faschismus in Indien



Gewöhnliche Menschen sind vielleicht viel zu müde, um sich anzustrengen, um sich aufzumachen und herauszufinden, was vor sich geht. Also leben sie weiter in der Blase von den Werbespots und ohne jede ernsthafte Information.

Arundhati Roy


  Das ist es, was Atomwaffen anrichten. Egal, ob sie eingesetzt werden, oder nicht, bedrohen sie alles menschliche. Sie verändern die Bedeutung des Lebens an sich.    Warum tolerieren wir Atomwaffen? Warum tolerieren wir Männer, die Atomwaffen einsetzen, um die gesamte menschliche Rasse zu erpressen  

Arundhati Roy



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Wer durch Almosen geben will, was er der Gerechtigkeit schuldet, spottet der Nächstenliebe

Bischof Oscar Romero

 

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Eine Gesellschaft wird frei und gottgefällig sein, wenn niemand mehr aus Angst vor dem Fürsten oder vor der Hölle handelt, oder aus dem Wunsch nach Belohnung durch einen Höfling oder im Paradies. 

Ibn Ruschd (1126-1198) 

 

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Während man schon lange wusste und erklärte, dass die Armen kein Anrecht auf das Eigentum der Reichen haben, wünschte ich, dass man ebenfalls wisse und erkläre, dass die Reichen kein Anrecht auf das Eigentum der Armen haben.

John Ruskin

 

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Die Sünde, die ein Mann gegen sich selbst begeht, gehört ihm allein, nicht mir. Sündigt er gegen einen Mitmenschen, so hat er es zu verantworten, nicht ich.  

Aber die Sünde derer, die das Volk in die Höhe gehoben und über sich gesetzt hat, denen sie das Schwert der Macht in die Hand gegeben, diese Sünden fallen auf uns zurück.  

Da ist keiner in einem Volk so klein, dass er sagen dürfte: "Ich habe keine Verantwortlichkeit an den Handlungen dieses Mannes". Wir haben ihm die Waffen und die Gewalt verliehen, und das Böse, das er damit verübt, ist mehr unser, als sein Tun.  

 Olive Schreiner, 1898

   

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Ich bin bekannt für meine Ironie. Aber auf den Gedanken, im Hafen von New York eine Freiheitsstatue zu errichten, wäre selbst ich nicht gekommen.

 George Bernard Shaw

 

Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können, ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein.

  George Bernard Shaw

  

Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen.

  George Bernard Shaw

 

Krieg ist ein Zustand, bei dem Menschen aufeinander schießen, die sich nicht kennen, auf Befehl von Menschen, die sich sehr wohl kennen, aber nicht aufeinander schießen.

  George Bernard Shaw

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Das Verständnis des Großteils der Menschen wird notwendigerweise von deren normalen Beschäftigung bestimmt... ein Mensch, der sein ganzes Leben damit verbringt ein paar einfache Arbeiten auszuführen, deren Effekte vielleicht sogar immer die selben sind, oder fast die selben sind, geben ihm keinen Anlass seinen Verstand einzusetzen... und er wird normalerweise so dumm und ignorant werden wie ein menschliches Wesen nur werden kann... Aber in jeder fortgeschrittenen und zivilisierten Gesellschaft wird genau dies der Status sein, in den ein Großteil der arbeitenden Bevölkerung verfallen wird, es sei denn, die Regierung nimmt es auf sich, dies zu verhindern.  

Adam Smith

 


Geschäftsleute des gleichen Gewerbes kommen selten zusammen - selbst zu Festen und zur Zerstreuung - ohne dass das Gespräch in eine Verschwörung gegen die Öffentlichkeit endet oder irgendein Plan ausgeheckt wird, wie man die Preise erhöhen kann.  

Adam Smith


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Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, in der der Materialismus über moralische Bindungen obsiegte, in der das Wachstum, das wir erreicht haben, weder ökologisch nachhaltig, noch gesellschaftlich tragfähig ist, … unter anderem weil ein radikaler Individualismus und Marktfundamentalismus jeglichen Gemeinschaftssinn unterhöhlt [und] zu einer rücksichtslosen Ausbeutung unvorsichtiger und ungeschützter Menschen und zu einer stetig wachsenden sozialen Spaltung geführt hat.

Joseph Stiglitz

 

Wie der Markt unsere Denkweise veränderte, zeigt unsere Einstellung zum Leistungslohn. Was für eine Gesellschaft ist das, in der ein Vorstandsvorsitzender sagen kann, wenn ich nur 5 Mio. Dollar bekomme, werde ich nicht mein Bestes geben. Damit ich mich mit aller Kraft einsetze, müsst ihr mich am Gewinn beteiligen?“

Joseph Stiglitz

 

 

Es gibt schon genug Naturkatastrophen wie Erdbeben, Überschwemmungen oder Tsunamis - da ist es eine Schande, noch eine vom Menschen gemachte Katastrophe [die Wirtschaftspolitik der EU bzw. Deutschlands] hinzuzufügen. Aber genau das tut Europa. Die wissentliche Weigerung, aus der Vergangenheit zu lernen, ist tatsächlich kriminell. Es ist vollkommen unnötig, dass vor allem die Armen und Jungen in Europa derartig leiden.

Joseph Stiglitz

 

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Humanität im Krieg - ein innerer Widerspruch. ... Entweder, oder - aber Menschenliebe und Krieg, Vernunft und Dogma: das geht nicht. Der aufrichtige, lodernde Feindeshaß, gepaart mit gänzlicher Verachtung des menschlichen Lebens - das ist des Krieges Lebensnerv.

Bertha von Suttner, 1866


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Je kranker eine Gesellschaft, umso größer ist die Anzahl von Institutionen zur Behandlung der Symptome und umso weniger sorgt man sich um eine Veränderung des Lebens insgesamt.

                                                                     

  Lew Nikolajewitsch Tolstoi

 

Mit den Reichtümern ist es wie mit dem Mist: sie stinken, wenn man sie auf einen Haufen wirft, während sie auseinandergestreut den Boden düngen.
                                                                     
 Lew Nikolajewitsch Tolstoi

 

 

Reiche Wohltäter sehen nicht, dass sie dasjenige, womit sie Armen vermeintlich Wohltaten erweisen, oft den Händen noch ärmerer entrissen haben.

 Lew Nikolajewitsch Tolstoi



Es gibt ein untrügerliches Kennzeichen, das die Handlungen der Menschen in gute und böse scheidet:

Vergrößert eine Handlung die Liebe und Einigkeit unter den Menschen, ist sie gut, erzeugt sie Feindschaft und Trennung, ist sie böse.


 Lew Nikolajewitsch Tolstoi

 


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Dann denken sich die Staatsmänner billige Lügen aus, und schieben die Schuld dem Volk in die Schuhe, das angegriffen wird, und jedermann ist froh über diese erstunkenen Gewissenpflästerchen, gibt sich fleißig ihrem Studium hin und verschließt sich allem, was sie widerlegen könnte, und so redet er sich mit der Zeit ein, der Krieg sei gerecht und dankt Gott für den guten Schlaf, dessen er sich nach diesem Vorgang grotesker Selbsttäuschung unterliegt.                                                                        

Mark Twain

 

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Aus irgendeinem Grund erwähnen die lautstärksten Christen unter uns nie die Seligpreisungen. Aber sie verlangen, oft mit Tränen in den Augen, dass die Zehn Gebote in öffentlichen Gebäuden angebracht werden. Und das ist natürlich Moses und nicht Jesus. Ich hab noch nie gehört, dass einer von denen verlangt hätte, die Bergpredigt, die Seligpreisungen sollten irgendwo angebracht werden.

Selig sind, die da Leid tragen“ in einem Gerichtssaal? „Selig sind die Friedfertigen“ im Pentagon? Dass ich nicht lache.  

Kurt Vonnegut

 

REQUIEM

Der gekreuzigte Planet Erde,

sollte er eine Stimme finden

und einen Sinn für Ironie

könnte jetzt gut darüber

wie wir ihn missbraucht haben sagen:

Vergib ihnen Vater,

denn sie wissen nicht, was sie tun.

 

Die Ironie wäre

dass wir wissen

was wir tun.

Kurt Vonnegut


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Was keiner wagt

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen.
Was keiner sagt, das sagt heraus.
Was keiner denkt, das wagt zu denken.
Was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen.
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein.
Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben.
Wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken.
Wo alle spotten, spottet nicht.
Wo alle geizen, wagt zu schenken.
Wo alles dunkel ist, macht Licht.

Lothar Zenetti

 

 

 

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