4.          Die Überlegenheit des Westens

Der Westen beherrscht seit einigen Jahrhunderten - auch aufgrund von waffentechnischer Überlegenheit - die Weltmeere und seit Ende des 19ten Jahrhunderts prinzipiell die ganze Welt. Highlights westlicher Waffentechnologien sind:

-       Atomwaffen

-       Biologische Waffen

-       Chemische Waffen

-       Uranmunition [13]

-       Clusterbomben  [14]

-       DIME

-       Napalm [15]

 

Selbstverständlich werden in unserer freien Presse die oben genannten High-Tech Produkte weitgehend ignoriert. Entwickler immer tödlicherer Waffen, die vorsätzlich einen grausamen, qualvollen Tod verursachen, werden nicht etwa als bedauernswerte empathiefreie Wesen oder als sadistische Verbrecher dargestellt. Nein, nein, alles wird totgeschwiegen. Nie wird auch nur ansatzweise problematisiert: Wer verdient am Waffengeschäft? Und: Welchen Sinn machen die immer tödlicheren, immer grausameren Waffen? 

 

Im Gegenteil: Neue Waffen müssen entwickelt und hergestellt werden, um "unsere" Soldaten besser vor der Heimtücke unserer Feinde zu schützen. Feinde, die selbstverständlich ausschließlich in ihren Heimatländern bekämpft werden. Wobei niemand fragt, wer den Truppen des Westens die Legitimation gibt, weltweit Kriege entfesseln zu dürfen.

 

4.1    Geschichte der Bombardierung von "Terroristen" [16]

Betrachtet man die Geschichte der Bombardierung von „Terroristen“ bzw. Aufständischen, erkennt man deutlich die wiederkehrenden Begründungen mit wiederkehrenden Ergebnissen. Zur Verteidigung von Freiheit, Zivilisation, Menschenrechten, Recht und Ordnung, für den freien Welthandel, zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit und für Frauenrechte werden Menschen vorzugsweise im Süden bombardiert, wobei sie aufgrund der waffentechnischen Überlegenheit des Westens [17] keine Chance hatten und haben, sich dagegen zu wehren. Sie mussten abwarten, bis das Bombardement zu Ende war. 


In diesem Zusammenhang beachtenswert ist, dass es wertvolle Opfer von „Terroranschlägen“ gibt, nämlich die Menschen in „westlichen“ Staaten, und nicht so wertvolle Opfer, wie denen im Rest der Welt, sofern sie Opfer von westlichen „Anti“Terrormaßnahmen sind [18].   

 

Viele denken, die Bombardierung unverteidigter Städte aus der Luft beginnt mit Guernica (im Baskenland). Chefchaouen in Marokko dagegen kennt niemand. Guernica und Chefchaouen sind beides kleine, zivile Städte, beides waren Städte mit besonderer Symbolik für die lokale Bevölkerung.   Beide waren ohne jeden militärischen Wert. Beide hatten zum Zeitpunkt ihrer Zerstörung etwa 6.000 Einwohner, beide wurden durch Söldner bombardiert. Guernica 1937 durch die deutsche „Legion Condor“, Chefchaouen 1925 durch US Amerikaner im Auftrag der spanisch-französischen Kolonialverwaltung.

 

Aber zurück zur Geschichte der Bombardierung unverteidigter Städte [19], die bereits mindestens seit 1850 westliche Tradition ist, wie die nachfolgende, unvollständige Aufzählung zeigt [20]:


1856: britische Schiffe beschießen 10 Tage lang Kanton, zerstören die Stadt vollständig. Begründung der Regierung im britischen Parlament: eigentlich sollte nur die Stadtmauer zerstört werden, der Rest war Kollateralschaden.

1863: britische Schiffe beschießen Kagoshima (Japan), weil ein Brite in Japan ermordet wurde. Die Stadt wird vollständig zerstört, weil es auf Grund der rauen See nicht möglich war, genauer zu schießen und nur militärische Ziele zu treffen. Außerdem hätten – so die Briten - die Japaner selber schuld, wenn sie zivile Bauten so dicht an militärische Einrichtungen bauen.

1866: Spanier beschießen die unverteidigte Stadt Valparaiso. Dies gilt in der britisch-amerikanischen Presse und deren Regierungen als Kriegsverbrechen, weil die Stadt unverteidigt war und hauptsächlich Zivilisten umkamen [21].

1882: Alexandria wird von der britischen Flotte im Namen von Frieden, Menschenrechten und Fortschritt bombardiert (nebenbei wurde Ägypten britische Kolonie). Alexandria brannte fast vollkommen ab. Die Briten weisen jede Schuld von sich, nicht der mehrtägige Beschuss sei schuld, sondern die Ägypter hätten ihre Stadt selber angezündet.

seit 1910: Luftkrieg

1915: Widerstand der Paschtunen im heutigen Pakistan: zuerst wurden die aufständischen Dörfer bombardiert, der Aufstand hielt dennoch an. Dann wurden das Bewässerungssystem, die Terrassen (Landwirtschaft) und Getreidespeicher bombardiert. Danach verstanden die Paschtunen die Botschaft und beendeten ihren Aufstand.

1916: Die Briten bombardieren aufständische Ägypter

1919: britische Regierungsmitglieder erklären, Kolonien könnten deutlich billiger durch die Luftwaffe, als mit Bodentruppen beherrscht werden. Dies wurde in Somaliland demonstriert, wo zwei Wochen Bombardierungen aus der Luft dasselbe Ergebnis zeigten, wie eine 6 monatige Strafexpedition

ab 1920: Luftkrieg durch die britische Luftwaffe im Irak, auch Einsatz von Giftgas.

1922: In einem Manuel der britischen Luftwaffe werden  geeignete Waffen in Kolonialkriegen beschrieben: Zeitzünderbomben, Phosphorbomben, Rohöl zum Vergiften von Trinkwasser

1924: Irak. Arthur Harris: „Die Kurden und die Araber wissen jetzt, was eine richtige Bombardierung bedeutet. Innerhalb von 45 Minuten kann ein großes Dorf praktisch vollständig ausradiert werden, wobei durchschnittlich 1/3 der Bewohner getötet oder verletzt werden. Und dies mit nur vier oder fünf Maschinen. Und ohne die Möglichkeit sich zu wehren, ohne, dass sich die Männer als mutige Krieger auszeichnen können, die ihre Familien verteidigen können und ohne Möglichkeit zur Flucht“

1925: Marokko. Spanien setzt zur Befriedung Giftgas ein

1925: Syrien: massive Bombardierungen von Hama, Damaskus etc. durch französische Flugzeuge. Am 18.10.25 gab es alleine in Damaskus mehr als 1.000 Tote, meist Zivilisten. Begründung für die Bombardierungen: das Kriegsrecht gilt nicht für Banditen (heute würde man "Terroristen" sagen). Barbaren und Wilde stehen nicht auf einer Stufe mit den Weißen. Auch in Europa - so die offizielle französische Sicht - haben Kriminelle, Idioten und sehr junge nicht die gleichen Rechte. Stattdessen müssten diese geführt werden, und zur Führung gehöre auch Bestrafung. Und nichts anders mache Frankreich in Syrien.

seit 1926: Bombardierung Nicaraguas durch die USA

1935/36: Italien greift Äthiopien an und setzt Giftgas und Bomben gegen Zivilbevölkerung ein.

1944: Beginn der US-Luftangriffe auf Japan, anfangs nur gegen militärische Ziele. Der Befehlshaber General Hausell wird für die geringen „Resultate“ kritisiert. Als dann noch ein Herzinfarkt dazukommt, wird er Anfang 1945 durch General Curtis LeMay ersetzt, der keine Skrupel hat, die japanischen Städte vollständig zu zerstören.

Und LeMay machte keine halben Sachen: In Deutschland wurden im gesamten zweiten Weltkrieg in 5,5 Jahren etwa 79 Quadratmeilen Städte vollständig zerstört, in Japan wurden zwischen Februar und August 1945 178 Quadratmeilen Städte zerstört. 

8. Mai 1945: Frankreich entsendet Panzer und Flugzeuge, um Proteste in Algerien zu unterdrücken. 40 Dörfer werden total zerstört, 70 Weiße und 5.000 bis 7.000 Algerier sterben.

1945: französische Flugzeuge bombardieren mal wieder Aufständische in Syrien. Diesesmal gegen den Widerstand der USA. Syrien muss in die Unabhängigkeit entlassen werden.

1947 bis 1967: Briten bombardieren Aufständische in Aden (heutiges Südjemen).

1948 bis 1960: massive Bombardierungen durch die britische Luftwaffe in Malaysia, auch mit Verwüstung der Landwirtschaft (Einsatz von Entlaubungsmitteln = chemische Waffen), „Umsiedlungen“ und Feuer-Frei-Zonen

1948 bis 1954: „Unruhen“ auf Madagaskar. Frankreich reagiert wie bewährt: Luftangriffe, Folter, Dörfer abbrennen, Schiffsartillerie und am Ende etwa 100.000 tote Madegassen.

1950 US AirForce General Orvil Anderson fordert die präventive Bombardierung der UdSSR mit Atombomben, solange diese noch über keine eigenen Atomwaffen verfügt. Begründung: Im ersten Weltkrieg haben Großbritannien und Frankreich ihre besten Söhne an den Fronten verloren [22], im 2.Weltkrieg wurden die besten Söhne durch die Flächenbombardierungen geschont. Anderson argumentiert, dass es daher nicht unmoralisch sein könne, Zivilisten zu bombardieren, weil damit das Leben der eigenen Soldaten geschont werde. Und durch ein Auslöschen der UdSSR werde ein für allemal die Gefahr für den Frieden und die Freie Welt beseitigt… [23]

bis 1955 Der Chef des Strategic Air Comand (SAC) General Curtis LeMay plant ohne politische Kontrolle den Atomkrieg. Er folgt nahezu keinen Anweisungen. Erst 1955 kann er teilweise entmachtet werden

1953: Beginn massiver Bombardierungen durch die britische Luftwaffe in Kenia, ab 1954 auch mit schweren Bombern, die bis Ende 1955 50.000 t Bomben abwerfen. Einrichtung von Feuer-Frei Zonen, Umsiedlung ganzer Landstriche. Es regt sich Widerstand in Großbritannien, weil das Töten eines Schwarzen 28.000 Pfund kostet.

Ab 1954 Algerienkrieg: 800.000 französische Soldaten gegen 40.000 Aufständische; die Grenzgebiete zu Marokko und Tunesien werden Feuer-Frei-Zonen, alle hier lebenden werden „umgesiedelt“, Massenverhaftungen, offene Morde, Folter in den Städten, Hubschrauberkrieg gegen die Dörfer. 1960 gab es nur noch 12.000 Aufständische, Frankreich reklamiert den Sieg.

8.2.58: „versehentlich“ bombardieren die Franzosen ein Dorf mit Flüchtlingslager in Tunesien, inkl. eines Rotes Kreuz Konvoi aus Schweden. Die Franzosen zogen das volle Programm durch, erst Bomben und dann wurde auf alles, was sich noch bewegte, mit MG aus Flugzeugen und Hubschraubern geschossen.

ab 1967: Im Bombenkrieg gegen Vietnam wird eine neue Taktik angewendet: erst Explosivbomben, um "die Strukturen zu öffnen", dann Napalm, dann Sprengbomben, um die zu töten, die helfen wollen, ggf. kombiniert mit Cluster-Zeitbomben, die gezielt die Hilfsmannschaften töten sollten.  

 

usw. usw. bis hin zu den modernen „Luftschlägen“ gegen Terroristen oder Terrorstaaten im Irak, Afghanistan, Libyen, Panama, Somalia, Sudan, Jemen, Syrien usw. usw. Neben den klassischen Bombardierungen kommt vermehrt die Lieblingswaffe der US-Präsidenten ab Obama hinzu: bewaffnete Drohnen.

 

 

4.2          Glaubwürdigkeit [24]

1945:  Der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki wird durch die US-Regierung mit einer Verkürzung des Krieges und Schonung von 200.000 Menschenleben begründet. Diese Sicht gilt im Mainstream bis heute.

Bereits 1947 stellte das US-Strategic Air Command fest, dass der Abwurf der beiden Atombomben den Krieg nicht verkürzt hätte, was auch Präsident Truman so in seinem Tagebuch festhält. Kein Wunder, denn die japanische Regierung bat bereits Ende Juli 1945 um eine Kapitulation [25].

1953 bis 1960: Der Mau-Mau Aufstand in Kenia gilt bis heute als terroristische Bewegung gegen die britische Kolonialherrschaft. Die Aufständischen sollen mordgierig gewesen und brutal gegen die Weißen vorgegangen sein. Die Aufständischen träumten davon, weiße Frauen zu vergewaltigen, vorzugsweise mit Flaschen.

Tatsächlich starben während des Mau-Mau Aufstands weniger Weiße durch die „Terroristen“, als zeitgleich durch Verkehrsunfälle allein in Nairobi, nämlich 33 Zivilisten und 62 Militärs. Dagegen sind durch britische Antiterrormaßnahmen mehr als 20.000 schwarze Zivilisten durch „Sicherheits“kräfte ermordet worden. Vergewaltigt wurden nur schwarze Frauen, teilweise mit Flaschen. Genau die Gräuel, die man den Schwarzen vorgeworfen hatte, wurden nur an Schwarzen verübt. 

1964   Der US-Zerstörer Maddox wird im Golf von Tonking „beschossen“, worauf der Kongress den US-Präsidenten ermächtigt, militärische Maßnahmen gegen Nordvietnam durchzuführen. In Wirklichkeit wurde der Zerstörer nicht beschossen, der Kongressbeschluss wurde dennoch nie zurückgenommen.

1965   Vor Da Nang wird eine voll mit nordvietnamesischen Waffen herrenlos treibende Dschunke „gefunden“. Dies war der „Beweis“ für eine Aggression Nordvietnams im Süden und offizieller Anlass für die Entsendung von US-Kampftruppen nach Vietnam.

Die Dschunke wurde, wie sich später herausstellte, durch den CIA beladen und vor Da Nang ausgesetzt.

1979   Der Einmarsch der UdSSR in Afghanistan lieferte die Begründung der US-Unterstützung für die islamistischen Mudschaheddin.  

US-Präsident Carter unterschrieb die Anweisung zur Unterstützung der Mudschaheddin aber mehrere Monate vor dem Einmarsch der UdSSR.

1998: Am 20. August 1998 wurde die asch-Schifa-Arzneimittelfabrik im Sudan durch einen US-amerikanischen Angriff mit 13 Marschflugkörpern zerstört. Begründung des damaligen US-Präsidenten Clinton: In der Fabrik würden chemische Waffen hergestellt.

Direkt nach der Bombardierung lud die Regierung Sudans die USA und den UN Sicherheitsrat ein, die Fabrik hinsichtlich einer möglichen Produktion von chemischen Waffen zu untersuchen. Dies lehnte die US-Regierung ohne Begründung ab [26].

1999   Der NATO-Krieg gegen Jugoslawien wird mit einem Völkermord an Kosovo-Albanern begründet, der NATO- Generalsekretär sprach von  über 200.000 ermordeten Albanern und großflächigen „ethnischen Säuberungen“. 

Die Flucht der Zivilbevölkerung hatte aber erst nach Beginn der NATO-Bombardierungen eingesetzt. Nach Besetzung des Kosovo durch die NATO konnten keine Anhaltspunkte für einen Völkermord gefunden werden [27].

2001   Die USA besetzen Afghanistan, um bin Laden zu fangen [28].

Die Taliban hatten aber bereits vor Beginn der Bombardierungen angeboten, bin Laden auszuliefern, falls die USA Beweise vorlegen und falls bin Laden vor ein internationales Gericht gestellt wird.

2003   Die USA beschuldigen den Irak, Massenvernichtungswaffen zu besitzen. Als der Irak diese nicht herausrückt, beginnen die USA und Großbritannien den Krieg.  

Es werden auch nach intensiver Suche weder im Krieg noch nach offiziellem Kriegsende Massenvernichtungswaffen gefunden.

2013   Syrien wird beschuldigt, Giftgas gegen die „Aufständischen“ einzusetzen. Russland kann beweisen, dass es sich bei dem eingesetzten Giftgas nicht um Giftgas aus russischer Produktion handeln kann, mithin nicht von den syrischen Regierungstruppen eingesetzt werden konnte. Unsere Presse lässt das Thema fallen…

2014  Ukraine: Der Abschuss des Flugzeuges MH17 wird mittlerweile durch unsere Qualitätsmedien totgeschwiegen. Niemand stellt in der Öffentlichkeit Fragen zu den Schüssen auf dem Maidan, zur Beteiligung von Faschisten an der Regierung...

 
Wieso glauben wir immer wieder den Leuten, die uns bereits seit Jahrzehnten belügen?

Warum haben wir noch Vertrauen zu unserer freien Presse, die die Lügen immer gedeckt hat und die auch rückblickend keine Zusammenhänge erkennen will bzw. sogar weiter die Lügen verbreitet?

 

 

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[13] Uran ist nicht nur ein wesentlicher Rohstoff für den Bau von Atomwaffen, sondern auch ein Schwermetall mit einer hohen spezifischen Dichte. Geschosse aus Uran verfügen daher über eine deutlich höhere Durchschlagskraft, als solche aus z.B. Blei. Uranmunition wird mindestens seit dem Golfkrieg 1991 eingesetzt. Durch den Einsatz der Munition wird das beschossene Gebiet mit Uran verseucht. Beim Aufprall auf Ziele entwickelt sich uranhaltiger Feinstaub.   Aber auch von den gröberen Teilen geht eine erhebliche Gefahr aus, weshalb die uranhaltigen Reste nach Ende der Kampfhandlungen vollständig einzusammeln sind. Was aber nach keinem einzigen der Kriege des Westens geschah. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Krebsrate in den Gebieten, in denen uranhaltige Munition eingesetzt wurde, massiv gestiegen ist.

Im Irakkrieg 1991 wurden „nur“ mehrere 100 Tonnen uranhaltige Munition verschossen. Die Krebsrate in und um Basra stieg darauf nahezu sofort um den Faktor 100 bis 1.000. Aber auch US-Soldaten waren betroffen („Golfkriegssyndrom“).

Im Kosovo wurden schon über 1.000 t verschossen, in Afghanistan mehrere 1.000 t, im Irakkrieg 2003 schon über 10.000 t usw.   

Obwohl allen Verantwortlichen spätestens seit 1991 klar war, dass der Einsatz von uranhaltiger Munition unbegrenzte und massive Folgeschäden nach sich zieht, und daher eindeutig ein Kriegsverbrechen ist, wurde deren Einsatz in den folgenden Kriegen des Westens erheblich ausgeweitet.  Dass dies von unseren Qualitätsmedien totgeschwiegen werden, spricht Bände.

Kleine Anmerkung am Rande: Die Grünen im Allgemeinen und „Joschka“ Fischer im Besonderen konnten im Jahr 2001, als bereits alle Fakten zu erhöhten Krebsraten vorlagen, keine besondere Gefahren bei Einsatz uranhaltiger Munition sehen…

 

[14] Clusterbomben werden von den USA seit den 70iger Jahren eingesetzt. Sie setzen eine Vielzahl kleinerer Sprengkörper frei, die auf eine große Fläche verteilt werden. Mit Clusterbomben kann man einfach und schnell große Flächen verminen / mit Bomblets verseuchen. Erstmals wurden sie in Laos getestet (hier führten die USA „nur“ einen Geheimkrieg, aber dies steht auf einem anderen Blatt). Noch heute sterben in Laos zahlreiche Menschen an den Bomblets, auch nach offiziellem Kriegsende mussten bis zu 20.000 Tote pro Jahr durch Clusterbomben beklagt werden. In Vietnam warfen die US-Streitkräfte 285 Mio. Bomblets ab, 7 für jeden Vietnamesen. Dagegen sind die 1,2 Mio. Sprengkörper, die Israel vor etwa 10 Jahren innerhalb von wenigen Tagen im Südlibanon abwarf, fast von untergeordneter Bedeutung.

 

[15]  Napalm, der Klassiker. Entwickelt während des zweiten Weltkrieges und seitdem kontinuierlich fortentwickelt. Wobei „fortentwickelt“ bedeutet, dass die Waffenentwickler (was für Menschen müssen das sein?) Zusammensetzungen des Napalms gefunden haben, die sich noch tiefer in die Haut einbrennen und praktisch nicht entfernt werden können. Napalm, das in Vietnam eingesetzt wurde, musste nur ein kleiner Teil des Körpers treffen,   damit ein Mensch nicht mehr gerettet und stattdessen unter großem Leiden sterben musste. Nur 35% der Napalmopfer starben binnen 20 Minuten, 52% dagegen starben innerhalb von oft qualvollen Monaten und bevor die Wunden heilen konnten. Die wenigen Überlebenden waren erheblichen andauernden Schmerzen ausgesetzt und waren meist schwer verstümmelt, da Nasen, Lippen etc. oft weggebrannt waren.    

Aber zum Glück wurde Napalm bisher nur gegen Asiaten eingesetzt: Im zweiten Weltkrieg über Japan: 14.000 t. Korea: 32.000 t und Vietnam (bis 1971): 373.000 t.


[16] Die „Moral“ zur Begründung für die Aggressivität des Westens ist durchaus – um es vorsichtig zu sagen – flexibel. So verurteilte der internationale Gerichtshof 1986 die USA wegen Terrorismus gegen Nicaragua und sprach Nicaragua 17 Mrd. $ Reparationen zu. Selbstredend wurden die Reparationen niemals bezahlt und selbstredend beachteten unsere Qualitätsmedien dieses Urteil nicht weiter. Aber es kommt noch besser: 1987 hat die UN Vollversammlung mit überwältigender Mehrheit beschlossen, dass alle Staaten den Terrorismus energisch bekämpfen sollen. Nur zwei Staaten stimmten dagegen: die USA und Israel …

 

[17] Die waffentechnische Überlegenheit des Westens zeigte sich z.B. deutlich bei der Schlacht von Omdurman (Sudan) 1898. Die Briten verfügten über Schnellfeuerwaffen mit wesentlich größerer Reichweite, als die Sudanesen, deren Waffen eine Reichweite von 100 m hatten. Kein Sudanese kam aber dichter als 300 m an die britischen Linien. Daher gab es extreme Unterschiede bei den Verlusten.10.000 bis 15.000 Sudanesen starben, etwa ebenso viele wurden verletzt. Die Briten hatten in der Anfangsphase nur Verletzte, weil die Soldaten die zu heißen Läufe ihrer Waffen berührten. Die wenigen britischen Toten (48) mussten erst beklagt werden, nachdem die Briten die Verfolgung der Fliehenden aufgenommen hatten (wobei selbstverständlich keine Gefangenen gemacht wurden).  

W. Churchill hat die Schlacht selber miterlebt. Er empfand diese als großartiges Spiel, wobei er den vergeblich heranstürmenden Sudanesen Respekt angesichts ihres Todesmutes zollte. Kein britischer Offizier hatte Angst, getötet zu werden, so groß war die waffentechnische Überlegenheit. 

Das Zusammenschießen aus der Entfernung hat sich bis heute nicht wesentlich verändert, man denke an das „Truthahnschießen“ der US-Streitkräfte gegen fliehende Iraker 1991.  

Trotz dieser Fakten gelten die Soldaten des Westens in unseren Medien als "mutig", während die meist aus der Ferne Zusammengeschossenen als "feige" gelten. 


[18] Hin und wieder kann es auch zeitliche Abhängigkeiten geben: 1988 vergasten irakische Truppen – damals noch mit dem Westen verbündet – mit freundlicher Unterstützung des Westens in Halabja etwa 5.000 Kurden. Die Regierungen der USA und Großbritanniens beschuldigten darauf den Iran, dieses Verbrechen begangen zu haben. Unsere Qualitätsmedien fanden es 1988 noch „zu einfach“ Saddam Hussein dieses Verbrechens zu beschuldigen.

Drei Jahre später ist Saddam Hussein der neue Hitler und unsere freie Presse benennt plötzlich die Ermordung der 5.000 Kurden als eklatantes Kriegsverbrechen. So werden binnen dreier Jahre aus unwürdigen Opfern würdige...   

 

[19]  Jahreszahlen und Ereignisse meist aus dem Buch „History of Bombing“ von Sven Lindqvist


[20] Schon 1885 fragt sich J.Hornung: "Wenn wir gegen andere "zivilisierte" Staaten [in Europa] Krieg führen, gilt das Kriegsrecht mit Schonung der Zivilbevölkerung. Führen wir aber gegen „untere Staaten“ Krieg, muss die gesamte Nation bestraft werden. Aber wenn wir ihre Felder zerstören, ihre Frauen, Kinder und Alten massakrieren, glauben wir dann wirklich, dass sie damit die Zivilisation lernen?"

Unmenschliche Kriege gegen die Menschen im Süden haben immer eine Verrohung der Gesellschaft zur Folge. J.A. Farrer stellt 1885 fest: „Die Kolonialkriege werden als Kriege gegen Rebellen und Verbrecher bezeichnet. Hier ist alles erlaubt. Dies führt aber unweigerlich dazu, dass auch [zukünftige] Kriege in Europa ähnlich verlaufen werden, d.h. da wird es keine Hemmungen durch ein Kriegsrecht mehr geben“ Wie wahr…

1896 (und seitdem mehrfach wiederaufgelegt) erschien das Handbuch „Kleine Kriege“ gegen Rebellen und "Wilde" von Colonell C.E.Caldwell: „In kleinen Kriegen wird nicht gegen eine reguläre Armee gekämpft, die kapitulieren kann, sondern gegen das gesamte Volk. Mittel sind daher: Vieh stehlen, Felder verwüsten, Nahrungsspeicher zerstören, Dörfer niederbrennen. Damit dauerhaft „Respekt“ vor den Weißen [Kolonialherren] erreicht wird." Ist dies Terror? Nein: Nur Wiederherstellung der Ordnung.

 

[21] Oder vielleicht deshalb, weil die Briten und US-Amerikaner dort Wirtschaftsinteressen hatten, die sie durch die Spanier bedroht sahen…


[22] Der "Blutzoll" des ersten Weltkrieges war wesentlich größer, als man annimmt. Etwa 50% der männlichen Franzosen, die 1914 18 bis 30 Jahre alt waren, starben in diesem Krieg. Von den gleichaltrigen Deutschen und Briten starben etwa 35% bis 40%. Der erste Weltkrieg löschte also wesentliche Anteile einer ganzen Generation Männer aus. Und dies betraf nicht nur das "einfache" Volk. Der deutsche und britische Adel musste sogar anteilig noch höhere Verluste hinnehmen.

Da ist es logisch, dass die Eliten bei den kommenden Kriegen "klüger" waren, und statt dessen vorwiegend lieber das einfache Volk verheizten. Heutzutage wiederum drücken sich die Eliten und ihre Kinder vollkommen. So haben sich die Bush´s, Rumsfeld´s und Clinton´s dieser Welt erfolgreich vor allen Kriegen der USA drücken können. (=> Chickenhawk; siehe auch die Website der New Hampshire Gazette).


[23] Logischerweise gibt es in der freien Presse seit den 1950ger Jahre nahezu keine Debatte über Atomwaffen. Es wird weder über Konsequenzen, noch - für mich wesentlicher - über die Ziele eines Atombombeneinsatzes geredet: Wie kann es gerechtfertigt sein, wesentliche Teile der Bevölkerung des „Feindes“ auszulöschen? Weil die "feindliche" Bevölkerung vollständig böse ist? Wer entscheidet, welche Bevölkerung so böse ist, dass sie ausgelöscht werden darf?

Trotz der Denkverbote in den Medien gab es   in den 50ger Jahren sehr viele prominente Wissenschaftler, die gegen den Bau und besonders gegen den Einsatz von Atomwaffen z.T. massiv opponierten. Zu den Wissenschaftlern, die ihr Wort erhoben gehörten Albert Einstein, Albert Schweitzer, Robert Oppenheimer, Linus Pauling etc. Und heute? Heute ist das dröhnende Schweigen total...

So weis niemand, dass US-Generäle bereits häufiger den totalen Atomkrieg  gefordert und geplant hatten: Andersen 1952, LeMay (zum Glück zu diesem Zeitpunkt teilentmachtet) 1962, im Herbst 1983 namenlose NATO Generale im Rahmen des NATO-Manövers Able Archer, bei dem - ohne die Sowjetunion zu informieren - ein Atomkrieg simuliert wurde.


[24] Dass die Menschen des Südens die Glaubwürdigkeit des Westens durchaus kritisch sehen, zeigt z.B. folgende Aussage von Arundhati Roy aus dem Jahr 2002:

"Die Länder, die Atomwaffen, chemische Waffen, die moderne Sklaverei und den [wissenschaftlichen] Rassismus erfunden haben - Länder, die die hohe Kunst des Genozids perfektioniert und andere Menschen jahrhundertelang kolonialisiert haben - verlangen von uns [den Menschen im Süden], dass wir ihnen wieder vertrauen, weil sie behaupten, dass sie an die Voraussetzungen für einen fairen Wettbewerb und eine gerechte Verteilung von Ressourcen und an eine bessere Welt glauben. Die Vorstellung, wir könnten ihnen abkaufen, dass sie das, was sie sagen, tatsächlich auch meinen, ist doch geradezu lächerlich." 


[25] Nach den Atombombenabwürfen beschlagnahmte das US Militär alle Filmaufnahmen aus Hiroshima und Nagasaki. US-Erkenntnisse über Strahlenkrankheiten wurden nicht an die Japaner gegeben, selbst Erfahrungen von japanischen Ärzten zu Strahlenkrankheiten wurden nicht an andere japanische Ärzte weiter gegeben. Gleichzeitig bereitete das US Kriegsministerium eine Veröffentlichung vor, die die japanische Gräuel im Krieg dokumentiert, besonders die an US-Kriegsgefangenen. Diese Dokumentation wurde erst veröffentlicht, als in der Presse erste Berichte über das Leid in Hiroshima und Nagasaki auftauchten, nach dem Motto: Die Japaner haben es nicht anders verdient.

Ebenfalls totgeschwiegen wurde die Tatsache, dass Nagasaki die größte christliche Gemeinde in Ostasien beherbergte. Japaner konnten offiziell doch keine Christen sein…

 

[26]  Es gab nie eine Entschuldigung der US-Regierung für die Bombardierung oder gar Entschädigungszahlungen. Begründung der US-Regierung: der Geheimdienst CIA hätte gesicherte Erkenntnisse, dass die Fabrik in die Entwicklung chemischer Waffen verstrickt sei.

Was offensichtlich nicht ganz der Wahrheit entsprach: Der deutsche Botschafter im Sudan informierte am Tag der Bombardierung den deutschen Außenminister, dass man die Fabrik „beim besten Willen“ nicht als Chemische Fabrik bezeichnen könne. Vielmehr produziere die Fabrik Antibiotika, Malariamittel, Medikamente gegen Durchfall und Infusionsflüssigkeiten. Hiervon hätte sich jeder überzeugen können, da die Fabrik für ausländische Besucher leicht zugänglich war.

Trotz des offensichtlichen Verbrechens des Angriffs galt dieser in unseren Qualitätsmedien nur als "Fehler".

Unbeachtet blieb auch die Tatsache, dass es für die in der Fabrik hergestellten Arzneimittel keinen angemessenen Ersatz gab. Die Anzahl der Folgetoten dürfte daher erheblich sein.


[27] Tatsächlich starben im Kosovo im Zuge der Feindseligkeiten 2.788 Menschen, einschließlich aller Kombattanten und einschließlich von serbischen und Roma Zivilisten. Serben und Roma wurden übrigens nach der Besetzung des Kosovo durch die NATO großflächig vertrieben. Es hat also tatsächlich eine "ethnische Säuberung" gegeben, nur wurden eben nicht Albaner sondern unter den Augen der NATO Serben und Roma vertrieben...


[28] Und, dies soll nicht unerwähnt bleiben: Afghanistan wurde besetzt, um die "Terrorcamps" zu zerstören ("Deutschland wird am Hindukusch verteidigt").

So weit, so gut. Aber: Wer kennt Fort Benning, Georgia. Hier lernten und lernen die späteren Chefs von Militär, Geheimpolizei und von Todesschwadronen vor allem aus Lateinamerika Erpressungen, Folter, Hinrichtungen, das Einschüchtern von Zeugen, gemeinhin "Terror". In Fort Benning wurden die Mörder von Erzbischof Romeiro und die Kommandanten der Todesschwadorne in El Salvador, Haiti, Guatemala, Kolumbien ausgebildet. Fort Benning als „Terrorcamp“ zu bezeichnen wäre dagegen für unsere Qualitätspresse sicher absurd.

  Daneben diene – so unsere Edelfedern - die „Befreiung“ Afghanistans auch dem Kampf gegen die Drogen. Dieser könne nur bei Niederlage der Taliban effektiv geführt werden.

2008 und 2009 betrug z.B. der geschätzte Umsatz mit Drogen in Afghanistan 3 bis 3,5 Mrd. $. Davon entfielen etwa 200 bis 400 Mio. $ (oder um die 10%) auf oppositionelle, dem Westen feindlich gesonnene Gruppierungen, davon etwa 90 bis 160 Mio. $ auf die Taliban.

    Im Umkehrschluss bedeutet dies: 90% des Drogenumsatzes wird durch pro-NATO Gruppierungen erwirtschaftet. Daher war der Vorwurf, die Bundeswehr bewache in Afghanistan vor allem die Mohnfelder, nicht abwegig.   

Dann denken sich die Staatsmänner billige Lügen aus, und schieben die Schuld dem Volk in die Schuhe, das angegriffen wird, und jedermann ist froh über diese erstunkenen Gewissenpflästerchen, gibt sich fleißig ihrem Studium hin und verschließt sich allem, was sie widerlegen könnte, und so redet er sich mit der Zeit ein, der Krieg sei gerecht und dankt Gott für den guten Schlaf, dessen er sich nach diesem Vorgang grotesker Selbsttäuschung unterliegt.                                                                                   Mark Twain 1898

19815